DNS-Sperre und VPN bei Wettanbietern in der Schweiz — Was ist erlaubt?

Updated Juli 2026
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DNS-Sperre und VPN Schweiz Sportwetten – gesperrte Wettanbieter auf Bildschirm mit Schloss-Symbol

Wie die DNS-Sperre für Wettanbieter in der Schweiz funktioniert — und wer sie erzwingt

Warum können Schweizer Tipper viele internationale Wettanbieter problemlos aufrufen, während andere beim ersten Klick gesperrt erscheinen? Die Antwort liegt in einem behördlichen Mechanismus, der auf Internetebene greift — der DNS-Sperre.

Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS), in Kraft seit 1. Januar 2019, verpflichtet Schweizer Internetprovider (ISPs), Domains von nicht-lizenzierten Glücksspiel- und Wettanbietern auf DNS-Ebene zu blockieren. Die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) führt eine öffentliche Sperrliste und publiziert diese regelmässig. Die ISPs sind gesetzlich verpflichtet, diese Liste umzusetzen. Per Ende 2024 enthielt die Gespa-Sperrliste 490 Domains nicht-lizenzierter ausländischer Glücksspielanbieter (Gespa, Jahresbericht 2024). Gleichzeitig führte die ESBK (Eidgenössische Spielbankenkommission) eine parallele Sperrliste mit per Ende 2024 bereits 2,093 Einträgen — ein Anstieg von 601 Einträgen (+40%) gegenüber dem Vorjahr (ESBK, Tätigkeitsbericht 2024).

Schaubild zur Funktionsweise der DNS-Sperre für Wettanbieter in der Schweiz

Was genau ist eine DNS-Sperre? Das Domain Name System (DNS) übersetzt Domainnamen wie «sportwettenseite.com» in IP-Adressen. Wenn ein ISP die Domain eines gesperrten Anbieters auf seiner DNS-Ebene blockiert, erhält das Gerät des Nutzers keine IP-Adresse zurück — der Browser kann die Seite nicht laden. Diese Methode ist technisch simpel, aber nicht absolut: Wer einen anderen DNS-Server (z. B. einen öffentlichen ausländischen) verwendet oder ein VPN nutzt, kann die Sperre umgehen. Genau das macht die Sperrliste für viele Tipper zu einer Fussangel statt einer tatsächlichen Barriere.

VPN-Nutzung für Sportwetten in der Schweiz — was du rechtlich riskierst

Überraschend wenige Tipper wissen, was rechtlich tatsächlich passiert, wenn sie ein VPN nutzen, um auf gesperrte Wettanbieter zuzugreifen — die landläufige Annahme ist, es sei ein Kavaliersdelikt. Die Rechtslage ist komplizierter.

Das BGS richtet sich primär an Anbieter, nicht an Spieler. Für Tipper existiert keine explizite Strafnorm, die das Wetten bei gesperrten Anbietern unter Strafe stellt. Wer ein VPN nutzt, um eine DNS-Sperre zu umgehen und bei einem nicht-lizenzierten Anbieter zu wetten, bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone — ein unmittelbares Strafrisiko für den einzelnen Spieler ist nach aktuellem Stand gering. Was jedoch klar geregelt ist: Gewinne bei nicht-lizenzierten Anbietern unterliegen in der Schweiz vollständig der Einkommenssteuer ohne jede Freigrenze (Swisslos, 2026). Anders als bei Sporttip oder Jouez Sport, wo Gewinne bis CHF 1,070,400 pro Wette steuerfrei sind, muss jeder Rappen Gewinn bei einem nicht-lizenzierten Anbieter versteuert werden.

Rechtslage VPN-Nutzung für Sportwetten in der Schweiz – Risikoeinschätzung und steuerliche Konsequenzen

Das finanzielle Risiko durch die Steuerpflicht übersteigt für die meisten Tipper bei weitem das abstrakte rechtliche Risiko der VPN-Nutzung selbst. Wer CHF 5,000 Gewinn bei einem gesperrten Anbieter erzielt und keine Steuern deklariert, riskiert eine Steuernachforderung mit Verzugszinsen. Zusätzlich: Ob ein gesperrter Anbieter im Streitfall Gewinne auszahlt, ist rechtlich nicht gesichert — das Guthaben auf einem Konto bei einem nicht-lizenzierten Anbieter geniesst keinen schweizerischen Konsumentenschutz.

Was auf der Gespa-Sperrliste steht — und wie schnell sie wächst

Per Ende 2024 enthielt die Gespa-Sperrliste 490 Domains nicht-lizenzierter ausländischer Glücksspielanbieter. Das ist bemerkenswert — aber es ist nur ein Teil des Bildes. Die ESBK, zuständig für Spielbanken und einen Teil der Online-Glücksspielangebote, führte parallel eine Liste mit 2,093 Einträgen per Ende 2024 — ein Zuwachs von 40% innerhalb eines Jahres (ESBK, Tätigkeitsbericht 2024). Damit blockierten Schweizer Behörden kombiniert über 2,500 Domains.

Auf der Gespa-Sperrliste befinden sich explizit genannte Anbieter wie Bahigo, Bet365, Bwin, Tipico, Interwetten, Betathome und Unibet — grosse, international bekannte Buchmacher, die keine Schweizer Konzession besitzen (Swisslos, 2026). Die Sperrliste wird mehrmals pro Jahr aktualisiert und im Bundesblatt publiziert; Betroffene Anbieter können innerhalb einer Frist Einwände erheben. Im Jahr 2024 wurden laut Gespa vier Sperrlisten-Publikationen veröffentlicht, gegen keine davon wurden Einwände erhoben.

Wachstum der Gespa-Sperrliste für Wettanbieter in der Schweiz 2020 bis 2024

Das Wachstum der Liste zeigt den zunehmenden Regulierungsdruck — aber auch die begrenzte praktische Wirksamkeit technischer Sperren im offenen Internet. Neue Anbieter können einfach neue Domains registrieren und sind zunächst nicht gesperrt. Die Liste hinkt dem Markt immer ein Stück hinterher. Für Tipper bedeutet das: Ein heute zugänglicher Anbieter kann morgen auf der Liste stehen. Ein Guthaben, das du nicht vorher abgehoben hast, könnte danach schwieriger zugänglich sein.

Praktische Konsequenzen der DNS-Sperre für Schweizer Tipper

Die DNS-Sperre klingt nach einer eindeutigen Barriere — in der Praxis ist ihr Einfluss auf das Wettverhalten von Schweizer Tippern begrenzt. Dennoch hat sie reale Konsequenzen, die man kennen sollte.

Wer ausschliesslich mit dem Standard-DNS seines ISP arbeitet, wird auf gesperrte Anbieterseiten tatsächlich nicht zugreifen können. Das trifft viele Gelegenheitsnutzer und ältere Demografien. Versierte Nutzer stellen einfach auf einen anderen DNS-Server um — zum Beispiel Google DNS (8.8.8.8) oder Cloudflare (1.1.1.1) — und die Sperre ist umgangen, ohne VPN. Noch einfacher: Ein Mobilfunkanbieter aus dem EU-Raum, der das Schweizer DNS-System nicht implementiert, lässt alle Seiten passieren.

Praktische Konsequenzen der Schweizer DNS-Sperre für Sportwetter und alternative Zugangswege

Die grösste praktische Konsequenz bleibt jedoch die steuerliche: Gewinne bei gesperrten Anbietern sind vollständig einkommenssteuerpflichtig (ESBK und Swisslos, 2026). Wer das ignoriert, spart kurzfristig — und riskiert langfristig eine unangenehme Steuernachzahlung. Die sicherste Alternative für Schweizer Tipper bleibt Sporttip oder Jouez Sport als einzige konzessionierte Anbieter. Wer die rechtlichen Details vertiefen will, findet auf der Seite zu Sportwetten Schweiz — Was ist legal, was nicht eine vollständige Darstellung des rechtlichen Rahmens. Eine Übersicht aller gesperrten Anbieter und der Mechanismen hinter der Sperrliste bietet der Artikel zur Gespa-Sperrliste 2026.

Legale Alternativen zur DNS-Sperre in der Schweiz – Sporttip und Jouez Sport als konzessionierte Anbieter
Was passiert, wenn ich bei einem gesperrten Wettanbieter gewinne?

Gewinne bei nicht-lizenzierten, gesperrten Wettanbietern unterliegen in der Schweiz vollständig der Einkommenssteuer — ohne jede Freigrenze. Bei lizenzierten Anbietern (Sporttip, Jouez Sport) sind Gewinne bis CHF 1,070,400 pro Wette steuerfrei. Zudem geniesst dein Guthaben bei gesperrten Anbietern keinen schweizerischen Konsumentenschutz.

Ist die Nutzung eines VPN für Sportwetten in der Schweiz illegal?

Das BGS richtet sich primär an Anbieter, nicht an Spieler. Eine explizite Strafnorm für das Nutzen eines VPN zum Zugang gesperrter Anbieter existiert für Tipper derzeit nicht. Das Wetten bei gesperrten Anbietern bleibt jedoch aus steuerlichen und konsumentenschutzrechtlichen Gründen riskant.

Wie viele Wettanbieter stehen auf der Schweizer Sperrliste?

Per Ende 2024 enthielt die Gespa-Sperrliste 490 Domains nicht-lizenzierter ausländischer Anbieter. Die parallele ESBK-Sperrliste umfasste 2,093 Einträge — ein Zuwachs von 40% innerhalb eines Jahres. Beide Listen werden regelmässig aktualisiert.

Dieses Material wurde vom Team WettCheck erstellt.